Schwere Artillerie

Die Kreise waren gezogen und alles was verlieb, war auf die Rückkehr der Späher zu warten. Dies hier war neu für ihn. Drei Feldzüge hatte er bereits mitgemacht und zum ersten Mal hatte man seinen Rat berücksichtigt. Krieg ist Logistik, Krieg wird durch Versorgungslinien gewonnen. Eine Lektion die er selbst hatte lernen müssen. Selbst Moral hing davon ab. Ein Soldat, der nichts zu essen hat kämpft nicht. Ein Soldat, der Angst hat, weil er in der Unterzahl ist, kämpft nicht. Es ist Aufgabe des Kriegsrats dafür zu sorgen, dass alles zur rechten Zeit am vorhergesehenen Ort ist. Natürlich kommt es auch auf die Taktik an. Doch was ist die beste Taktik, wenn sie nicht umgesetzt werden kann? Wenn sich die Truppen nicht richtig positionieren konnten oder die Wahl des Schlachtfeldes vom Feind getroffen wurde, weil dieser schneller war? Und hier war er. Ein Spezialist für Logistik, hier kam die Magie ins Spiel. Dies war auch der Grund warum sie zu ihm gekommen waren.

Magie, nichts hat die Welt so sehr zusammenschrumpfen lassen wie sie. Salz, Pfeffer, erlesene Stoffe aus fernen Ländern. Durch Portale war dies nur ein Fingerschnipsen entfernt. Keiner kann leugnen, dass er nicht selbst davon profitiert. „Pfeffersack“, eine Beleidigung für den Adel, welche er schon lange nicht mehr gehört hatte. Pfeffer ist erschwinglich geworden. Noch immer teuer, aber erschwinglich. Dies war nur ein Beispiel von vielen, die er nennen konnte. Jeder nutzt sie ob bewusst oder unbewusst.

Dies führte natürlich dazu, dass sehr viel Missbrauch damit getrieben wurde. Ein Portal zu nutzen, um etwas zu schmuggeln war da irrelevant. Das schlimmste Vergehen war die Schlamperei und die Unkenntnis. Einfach so ein Portal zu öffnen, den Raum aufzureißen hindurchzugreifen und an anderer Stelle selbiges zu tun, um beide Punkte miteinander zu verbinden. Der Schaden den die Welt oder die Welten von so etwas davon tragen konnte immens sein. Bis hin zum Zusammenbruch der ganzen Welt. Er hatte zugesagt. Kriegsführung ohne Portalmagie ist heutzutage nicht mehr möglich. Sei es im kleinen Ramen, um Informationen zu übermitteln oder im großen, wenn ganze Truppenkontingente verschoben werden mussten. Mit Magie ist alles möglich. So konnte er sicher sein, dass zumindest der Schaden am Weltengeflecht so gering wie möglich gehalten wurde und jenes, was er nun zu tun Gedachte war Teil davon.

Ehe er sich versah hatte man ihm die Führung der Magier übertragen. Wahrlich eine Aufgabe, welche keiner gerne übernahm. Magier sind schwierig. Die Vorurteile des allgemeinen Volksmunds treffen nur allzu häufig auf fruchtbaren Boden. Nichtmagier verstehen nicht, was Magier machen. Sie fürchten sich davor. Untereinander sind sie sich nicht einig und dann ist da noch die Sache mit dem Ego. So sehr die Heerführung auf die Magier angewiesen ist, so sehr verstand sie sie auch nicht.

Er hatte angenommen in der Hoffnung, dies besser zu machen. Es war mehr als nur ermüdend. Zunächst hatte er sich mit allen Magiern vertraut gemacht und hatte eruiert, was mit ihnen möglich war und was nicht. In den Besprechungen hatte er sich auf ein Minimum an Informationswiedergabe beschränkt. Es ging der Heerführung nicht um das „Wie“, sondern um die Machbarkeit. Natürlich hatte er auch Vorschläge eingebracht. Stunde um Stunde hatte er in diesem Zelt mit all den Offizieren verbracht, hatte sich anhören müssen wie wieder und wieder über dasselbe debattiert wurde. So sehr unterschieden sich diese Herren nicht von den Magiern. Er war hier so deplatziert, stach aus der Menge heraus, mit seiner weiß-roten Ordenstracht. Er wusste, dass die meisten ihn nicht ernstnahmen und vielleicht sogar belächelten. Doch dies war ihm egal. Er war dies gewöhnt.

„Magier sind bei der schweren Artillerie einzuordnen.“ Dies waren seine Worte an diesem Morgen gewesen. Vielleicht hatte er etwas zu sehr aufgetragen, allerdings war er es auch Leid gewesen und er hatte mit dieser Aussage ihre Aufmerksamkeit errungen.

Hier stand er nun, sein Blick fiel auf die Burg auf der anderen Seite des Tals. Am Fuße der Burg erstreckte sich eine kleine Stadt. Ein Fluss schlängelte sich zwischen den Häusern hindurch. Das Dorf war verlassen. Keine Kinder, keine Menschen waren zu sehen. Wahrscheinlich waren sie alle in die schützende Burg geflohen. Es war malerisch. Und er war gekommen, um Krieg zu bringen, um dies alles zu zerstören. Krieg ist ein dreckiges Geschäft, es gab kein richtig. Jede Seite beanspruchte für sich im Recht zu sein. Hatte er seine Skrupel verloren? Nein, er wollte dies mit so wenig Toten wie möglich über die Bühne bringen. Doch dies war leichter gesagt, als getan.

Seine zwölf Kollegen standen in kleinen Runden zusammen und unterhielten sich leise. Einige von Ihnen waren nervös, dass konnte er sehen. Sie unterhielten sich leise, gingen wahrscheinlich die Einzelheiten des Rituals durch. Er hatte sich bewusst von Ihnen distanziert. Sein Blick fiel auf die Geschützmannschaft der Trebuchets. Sie saßen, standen und lehnten gelangweilt um die Karren mit den Trebuchets herum. Auch einige Offiziere und Wachen waren anwesend. Er hätte sich ein schöneres Publikum wünschen können. Die Geschützmannschaft hatte sich zunächst geweigert, die Munition herauszurücken und auf einen Haufen in der Mitte zwischen den 4 Ritualkreisen aufzustapeln. Er hatte die Hilfe des Belagerungsmeisters gebaucht, um sie dazu zu zwingen. Er mochte die Befugnisse eines Offiziers haben, doch war er es nicht. Nachdem sie sich einmal in Bewegung gesetzt hatten, hatte er sie auch dazu gebracht, einen weiteren Karren mit Steinen bereitzustellen.

Natürlich hätten Sie die Burg unter Feuer begraben können. Die Thesis für einen Feuerregen hatte er bereits vor einiger Zeit ausgearbeitet. In seinen Augen war es jedoch gänzlich ineffektiv. Vom moralischen Faktor abgesehen war der Kollateralschaden zu groß und das benötigte Kraft Maß zu hoch.

„Meister Feuermähne?“ Er schreckte aus seinen Gedanken hoch. „Ihr könnt beginnen.“ Der gesamte Kriegsrat war gekommen. Nun hatte er Publikum. Er wandte sich zu den anderen Magiern und bedeutete Ihnen mit einer Geste, sich in die Kreise zu stellen. Sie stellten sich zu je drei Mann in die Kreise. Er positionierte sich hinter dem Haufen Steine in der Mitte.

Auf ein weiteres Kommando hin begannen die Gruppen der Magier ihre Formeln zu rezitieren. Die Kreise begannen nacheinander zu leuchten. Gleichzeitig mit dem ersten Kreis erzitterte der Haufen Steine vor ihm und erhob sich in die Luft. Sie stiegen bis zu seiner Augenhöhe auf und schwebten dort leicht auf und ab. Mit dem Aufleuchten des zweiten Kreises erschien ein Abbild von diesem in der Horizontalen. Er erhob sich zwei Meter hinter den Steinen und setzte sich bläulich leuchtend vor den grau-beigen Steinen der Burg ab. Mit dem Aufleuchten des dritten Kreises und mit dem Aufleuchten des vierten Kreises erschienen jeweils weitere Kreise. Die Kreise erschienen in einer Reihe hintereinander, nach hinten raus immer etwas größer als der Vordere. Nun lag es an ihm.

Er ballte seine Hand zur Faust und stieß gegen einen der vor ihm levitierenden Steine. Der Stein flog in Richtung der Kreise und beim Passieren des ersten Kreises beschleunigte er. Der Stein flog weiter und durchdrang die verbliebenen zwei Kreise. Mit jedem Kreis, den er passierte, wurde er schneller und schneller. Das Verlassen des dritten Kreises wurde begleitet von einem lauten Knall. Mit einem lauten Krachen antwortete die Mauer der Burg auf der anderen Seite des Tals. Der Stein war knapp unter der Brüstung eingeschlagen und hatte ein Loch in diese gerissen. Ausrufe der Überraschung erklangen hinter ihm und aus Richtung der Geschützmannschaften. Er musste selbst zugeben, dass dies seine Erwartung übertraf. Er stieß zwei weitere Steine an und gleich dem Ersten wurden sie durch die Kreise beschleunigt und gegen die Mauer geschossen. Dieses Mal schlugen sie etwas niedriger ein und hinterließen tiefe Einschläge. Mit einer ausholenden Handbewegung schickte er alle verbliebenen Steine auf den Weg. Im nächsten Moment wurde die Mauer der Burg unter einem Geschosshagel begraben. Staub erhob sich und verdeckte die Sicht auf das Ergebnis ihres Beschusses. Nun da er keine Munition mehr hatte wandte er sich der Trebuchet Mannschaft zu. „Los, holt die Steine vom Wagen!“ Befahl er Ihnen. Sie reagierten nicht und wenn, dann nur zögerlich. Beinahe erschrocken blickten Sie zu der Burg hinüber welche zusehends vom Staub verdeckt wurde. „Na los, worauf wartet ihr?!“ Unter diesen Umständen würde es zu lange dauern, die Steine heranzuschaffen. Er wandte sich an die Magier und sie ließen ihre Zauber fallen. Die Kreise in der Luft verschwanden und auch das leuchten der Kreise auf dem Boden hörte auf. Er wandte sich als nächstes der Heerführung zu. Aufgeregtes Gemurmel und Stimmen hatten sich aus der Gruppe erhoben. Dies hatte Eindruck hinterlassen. Vielleicht würden sie ihn nun ernster nehmen oder noch mehr Angst vor ihm haben. Ein paar der Magier gesellten sich zu ihm. „Das war sehr gut. Sobald sich der Staub verzogen hat und die Mannschaft die Steine herangeschafft hat können wir weiter machen. Ich denke, wir werden dies noch zwei oder drei Mal machen müssen. Wie sieht es aus? Wie viel Kraft verbleibt euch?“ „Also von meiner Seite aus, könnte ich das den ganzen Tag machen.“ Dies war natürlich eine Übertreibung. „Da ihr die Last des Rituals auf alle Mitglieder aufgeteilt habt sehe ich keinen Grund, was dagegensprechen würde.“ „Also so wie ich das sehe, reichen 4 Magier aus, um eine Kanone zu bauen.“ „Wir sollten uns lieber in 3 Gruppen aufteilen.“ „Nein, dass sehe ich nicht so. Drei Gruppen sind zu viel.“ Hier bahnte sich eine Diskussion an, die er gerade nicht gebrauchen konnte. „Meine Herren“, unterbrach er sie. „Ich habe mich bewusst für einen Kreis entschieden und wir werden dies jetzt nicht ändern, wir werden alles heute Abend besprechen“, bestimmte er. Mit diesen Worten drehte er sich ab und ging zur Heerführung. Mittlerweile sollte sich dort ein Grundtenor gebildet haben.

„Meister Feuermähne, ich muss euch Respekt zollen. Ich habe euch nicht geglaubt, als ihr um nur einen Tag gebeten habt und hier stehe ich und sehe meinen Irrtum. Ihr habt binnen drei Stunden das Werk von mindestens 3 Tagen Dauerbeschuss vollbracht.“ Sie lobten Ihn dafür, dass er wahrscheinlich gerade Menschen im zweistelligen Bereich getötet hatte. Wie sollte er dies bewerten? „Vielen Dank. Ich denke mit zwei weiteren Salven sollten wir die Mauer eingerissen haben. Insofern der Feind über Magier verfügt, haben wir ihn wahrscheinlich überrascht. Er wird mit Sicherheit unser Ritual beobachtet und sich auf einen magischen Angriff vorbereitet haben. Da wir ihn jedoch physisch angegriffen haben sieht es so aus, als ob er gänzlich ungeschützt gegenüber unserem Beschuss gewesen ist,“ gab er nüchtern zu Protokoll. „Mit Verlaub, Meister Feuermähne, aber ihr habt ihn doch mittels Magie angegriffen. Wie kann da euer Angriff nicht magisch sein?“ Die Frage kam von einem jüngeren Offizier. „Jenes was wir hier getan haben ist, eine Kanone zu bauen,“ Dies war wohl der einfachste Weg, auch wenn es ihn schmerzte es so zu formulieren, „Genau genommen einen Massebeschleuniger. Alles was wir tun ist, Steine auf den Gegner zu schießen. Wir haben mit der Magie die Möglichkeit dies deutlich effektiver zu tun als mit Schwarzpulver,“ beantwortete er die Frage. Wieder erhob sich Gemurmel. „Ihr habt es gerade Massebeschleuniger genannt. Heißt dies, dass es auch möglich ist andere Dinge zu verschießen?“ Diese Frage kam vom Heerführer selbst. „Ja“, bestätigte er knapp. Das Gemurmel wurde lauter. Eigentlich hatte er es doch extra so offen formuliert.

„Der Staub lichtet sich!“ Kam es aus dem hinteren Bereich der Offiziersgruppe. Rasch wurden Ferngläser hervorgekramt und auch er zog seines aus der Umhängetasche. In der Tat, der Staub verzog sich und wurde vom Wind verdrängt. Immer mehr und mehr der Mauer wurde preisgegeben. Er verlor jedoch jegliches Interesse daran, als er sah, was sich über der Burg manifestiert hatte. Auch der Offiziersstab bemerkte es und ein Großteil von Ihnen nahm schreiend Reißaus. Dasselbe galt für die Geschützmannschaft.

Über der Burg schwebte ein riesiger Feuerball. Dies überraschte ihn. „Meister Feuermähne, ich hoffe ihr könnt dagegen etwas tun?“ Die Angst in der Stimme des Heerführers war deutlich zu hören. Er war einer der Wenigen, die noch verblieben waren. „Ja“ antwortete er nur knapp, bereits auf dem Weg zu den anderen Magiern. Ein paar von Ihnen waren verunsichert und hatten Angst, vornehmlich die Jüngeren. Die älteren sahen dem Ganzen gelassen entgegen. Scheinbar wusste der Feind nicht um seine Anwesenheit. Nicht das er bekannt oder wichtig oder gar als mächtig galt. Dennoch, Feuer gegen einen Feuermagier zu verwenden ist eine der dümmsten Dinge, die man tun konnte. Er konnte sich das lächeln nicht verkneifen. Grob überschlagen war die Kraft, die dort konzentriert wurde, durchaus beachtlich. Der Feind war in die Offensive gegangen. Ein verzweifelter Versuch das unabwendbare zu verhindern? „Meine Herren, bitte kommt zu mir, wir werden das Geschoss umlenken. Ich benötige all eure Kraft. Widerwillig und in Anbetracht der Lage viel zu langsam folgten sie seiner Anweisung. Es erfordert einiges an Vertrauen, das war ihm klar. Ohne sich vorher abgesprochen zu haben stellten sich alle Kreisförmig um ihn herum auf. Dies so zu improvisieren barg einige Risiken. Mittels Kraftlinien und Kristallen wäre es deutlich besser gewesen, aber dafür hatten sie nicht die Zeit. Einer nach dem anderen fokussierten sie ihre Kraft und öffneten sich ihm. Die Luft um ihn begann zu knistern und flimmern. Die gesamte Kraft um ihn herum begann ihn zu bedrängen und drückte ihn förmlich nieder. Er öffnete sich der Kraft und lies sie durch sich hindurchfließen. Es fühlte sich unglaublich an. Mit all dieser Kraft war der Feuerball kein Problem, da war er sich sicher. Nun galt es zu warten. Solange er nicht auf die Kräfte, um sich herumzugreifen würde, würde es die anderen auch nicht so schnell auslaugen, allerdings forderte es schon sehr viel Kraft und ewig konnten sie nicht aushalten. Es blieb zu hoffen, dass der Angriff in den nächsten Augenblicken erfolgen würden.

Es kam einem Kommando gleich. Die letzten Reste der Staubwolke wurden mit einem jähen Aufbäumen des Windes vertrieben und mit ihm setzte sich der Feuerball in Bewegung. Anfangs noch langsam und dann immer schneller. Es war soweit. Nun hing alles an ihm. Beflügelt von der Kraft sandte er seinen Geist aus, suchte das Feuer vor sich spürte das Feuer und griff hinein. Er spürte keinen Widerstand. Kein anderer Magier, der den Feuerball führte, nur das magische Feuer. Wie nachlässig. „IGNI EGO IMPERO!“ Brüllte er und die Magie trieb seine Stimme, erfüllte sie mit Macht. Das Feuer war seins. Er war Teil des Feuers und das Feuer war Teil von ihm. Er hätte die Kugel ohne Probleme auf die Burg zurückschleudern können. Dies war das letzte was er wollte. Er hatte heute schon genug getötet. Mit einer ausladenden Geste fuhr er vor sich durch die Luft und wischte symbolisch den Feuerball hinfort. Zwar war die Geste nicht notwendig aber des Effektes wegen konnte er sie sich nicht verkneifen.

Der Feuerball stieg wieder etwas empor und ohne seine Geschwindigkeit zu verlieren flog er über sie hinweg. Am liebsten hätte er ihn in den Hügel hinter sich krachen lassen. Allerdings war ein Waldbrand das letzte was er wollte. Zu seinem Glück gab es eine Alternative. Der Feuerball folgte seiner Weisung bedingungslos und landete nur wenige Augenblicke später in dem See, nicht weit von Ihnen entfernt. Der Feuerball brach auf und das laute Zischen des Wassers war weithin zu hören. Das Feuer verging und mit ihm seine Kontrolle darüber.

„Gebt auf! Es sind genug gestorben. Lasst die Zivilisten gehen, wir werden Ihnen nichts tun. Ergebt euch, ihr steht auf verlorenem Posten!“ Er brüllte, brüllte so laut er konnte und die Magie verstärkte seine Stimme. Seine Kollegen zuckten zusammen und in der Ferne erhoben sich einige Vögel hinter der Burg. Die Kraft um ihn herum lies schlagartig nach. Die anderen waren vor ihm zurückgewichen und erschrocken musste er feststellen, dass er in Feuer gehüllt war. Hastig lies er das Feuer verlöschen. Keiner schien verletzt, nur erschrocken. Einige wenige waren erschöpft und atmeten schwer. Etwas zerknirscht wandte es sich der Reihe nach jedem von Ihnen zu und reichte Ihnen die Hand, bedankte und entschuldigte sich.

Der Heerführer kam nun auf sie zu, gefolgt von dem nunwieder anwachsenden Offiziersstab. Hinter ihm stieg über den Bäumen einegewaltige Dunstwolke auf. „Sie ergeben sich! Sie ergeben sich!“ Überraschtdrehte er sich wieder um. In der Tat, über dem Bergfried flatterte die weißeFahne. Jetzt wo der Staub verflogen war sah er auch den maßgeblichen Grunddafür. Die Mauer war nicht mehr. Er zückte sein Fernglas. Der Beschuss hattedie Mauer nicht zerschossen, er hatte sie förmlich eingedrückt und umgestoßen.Hier und da konnte er sehen wie Blut die Steine rot färbte und ein paarKörperteile ragten aus dem Schutt heraus. Nun wo er die Bestätigung vor Augenhatte bohrte sich Schuld in sein Herz und belegte seine Freude ob des Erfolgsmit Wehmut. Der Heerführer trat an ihn heran und reichte ihm die Hand.

„Meister Feuermähne, ich ziehe meinen Hut vor euch. Schwere Artillerie, in der Tat.“

01.07.2019