Danke Opa Günter

Dein Gehen hat den Damm gebrochen.
Ein letztes Geschenk hast mir gemacht,
Ob all der Trauer die erbrochen,
hast Mitgefühl in mir entfacht.

Ein letztes Mal Danken will ich dir,
Auch wenn du bereits gegangen,
Tränen tropfen auf Papier,
dank aller Liebe ich empfangen.

Von nun an will ich wieder weinen,
wenn mein Herz ist tief berührt.
Tränen nicht als schwach erscheinen,
wenn Mitgefühl zu diesen führt.

14.04.2021

Von Liebe und Fiktion

Liebe die nur fiktional: 
Keine Schande.
Keine Qual. 
Kein Grund für Neid. 
Kein Grund für Scham, 
ist ja nur der eigene Wahn. 

Liebe nicht fiktiv allein: 
Neuer Schritt, 
man selber sein. 
Ein Grund zum Tanz? 
Ein Grund zum Kuss? 
dafür schämen man nicht muss. 

Liebe ohne die Fiktion: 
Augen zu, 
hier ist der Lohn. 
Kein Grund für Scham. 
Kein Grund gewollt, 
bist nur dem Impuls gefolgt. 

Liebe echt und heut‘ gelebt: 
Ein festes Band 
wird hier gewebt. 
Ein Grund, ein Stein, 
ein Fundament. 
Geborgenheit, wenn man sich kennt. 

Liebe die im Streite liegt: 
unklar ob 
das Band obsiegt. 
Ein Grund ist Neid. 
Ein Grund ist Qual, 
ob es ist die richtig‘ Wahl. 

Liebe nur noch einseitig: 
Die Hoffnung, 
sie war großartig. 
Ein Grund für Leid. 
Ein Grund für Schmerz,
durch nur ein verschenktes Herz. 

Liebe die nicht mehr gespürt: 
Tränenschleier
oft berührt. 
Geliebt was ist? 
Geliebt was war? 
Reflektiert ist gar nichts klar…

Liebe die hat tief verletzt: 
Bedarf der Zeit, 
zuallerletzt. 
Kein Grund für Schmerz. 
Kein Grund für Leid. 
Zu neuer Liebe bald bereit. 

Liebe wieder fiktional: 
Keine Schande.
Keine Qual. 
Ein Weg zum Schutz. 
Kein Grund für Scham, 
bis das Herz ist wieder warm.

31.03.2021 – ft. Mäh

Geschlechtern

Das Gedicht, es ist Neutral,
frei von all der Genderqual!
Sollte es zum Sternchen kommen,
ist der Rythmus schwer entnommen.

Denn im Gedicht es biegen zurecht,
die Dichter*innen sich die Sprache.
Weder Mann noch Frau oder Geschlecht,
kommt es doch aus gleicher Lache.

Hier, wo Grammatik wird gebeugt,
der Dichter*innen Kind gezeugt.
Um dies zu tun mit aller Liebe:
Sprache muss sein ohne Kriege …

27.11.2020

Mitgenommen

Allein stehen am Bahnübergang,
alle Zeichen zeigen Grün.
Niemand der nimmt an die Hand,
es ist dein eigen Bemüh ‘n.

Was fehlt ist nur der letzte Schritt
und du erreichst sicheren Hafen.
Das Ziel des ach so langen ritt,
dass dich nicht lies schlafen.

Allein stehen am Bahnübergang,
alle Zeichen zeigen Grün.
Hast innegehalten, dir ist bang,
warst doch bisher so kühn.

Das eine Wort, der erste Schritt,
die Ampel nicht mehr Grün.
Die Schranke fällt, die Hoffnung kippt
und die Träume verblüh ‘n.

Beim nächsten Schritt wirst du mitgenommen,
doch nicht von dem, was dich lies hoffen.

14.02.2020