Ausgerissen…

Kleine Blume im weißen Schnee,
ich hoff‘ es tut dir nicht mehr weh.

Ausgerissen, ausgegraben,
obendrein noch fortgetragen.

Umgepflanzt und nicht gegossen,
bist du doch erneut gesprossen.

Größer, stärker, neu gewachsen,
trotz an’drem Umfeld und den Lasten.

Zutiefst verletzt, das hab ich dich.
Doch meine Absicht war dies nicht.

Entführt an diesen fremden Ort
wendest du dich von mir fort.

Verständlich dies, da grobe Hand,
führte dich in fernes Land

der Sonne zu, dein Kopf sich wendet,
mir zeigt, dass Mühen nicht verschwendet.

10.03.2013

Gotteshaus

Großes Haus, altes Haus, Haus voll Tradition.
Haus voll Glaube, Haus voll Gesang ganz und gar ohne Sohn.

Eine Tochter wäre nicht erwünscht,
so muss es ewig bleiben.
Das Alter alles übertyncht,
gefolgt von ewig schweigen.

Oh Haus voll Glaube, Haus voll Hoffnung
bist dem Untergang geweiht.
Der Weg zur Erlösung nur zu finden
wenn du gehst mit der Zeit.

13.12.2018

 

Fünf Minuten unsozial

Ständig putzt man die Fassade,
stetig brennt die Kohle aus.
Spielt am Limit, spielt Rochade,
lechzt nach mehr und mehr Applaus.

Fünf Minuten unsozial,
denn es ist die reinste Qual.
Überall sind diese Menschen,
treiben einen an die Grenzen.

Fünf Minuten unsozial,
heute nicht, ein ander mal.
Ich kann nicht mehr, bitte versteh…
wenn ich heut‘ nicht geh, nicht steh.

31.10.2018

Artikel 3

Vor dem Gesetz sind alle gleich,
doch wie ist es mit Arm und Reich?
Wie geht das denn, wie kann das sein?
das Ganze ist doch bloßer Schein!

Es kann nicht funktionieren,
bei Unterschieden die gravieren.
Es ist doch nur Fantasie,
geschrieben für die Harmonie.

Schlimmer noch, es spaltet weiter.
Arm bleibt arm und Reich wird reicher…

15.10.2018

In die alte Heimat

Ich komme im Frühling.
Ich komme im Sommer,
doch im Herbst, da komme ich nicht.
Ich mag es nicht die Blätter fallen sehen,
denn dies verabschiedet mich.

Ich komme im Frühling.
Ich komme im Sommer,
doch im Winter, da komme ich nicht.
denn du bist die Heimat, die alte Heimat,
so zeige mir nicht dein traurig Gesicht.

Ich komme im Frühling.
Ich komme im Sommer,
doch lange bleibe ich nicht.
Denn ich will nicht gehen,
ich will nicht sehen eine alte Geschicht.

09.09.2018