Isolation

Vier Wände mit Fenstern nach draußen.
Allein musst du sein in diesem Raum.
Sie sagen es sei zu gefährlich,
dass Leben ist gehalten im Zaum.

Zu sehen ist die ganze Welt,
sie zeigt uns nur Geselligkeit.
Du musst hier alleine sitzen,
verzweifelst an der Einsamkeit.

Alles verbunden, ist vernetzt,
trennt uns doch eine Scheibe.
Die einander nicht ersetzt,
nur vertreibt Langeweile.

Darfst nicht treffen, darfst nicht gehen,
darfst nicht umarmen oder stehen.
Zum Schutze aller soll es sein,
Tag aus, Tag ein, du bist allein.

Das eigen Exil, zu bewahren Leben,
der Fortbestand sei der Gewinn.
Der Gesundheit ist ein Opfer gegeben,
man Selbst scheidet sozial dahin.

Dominik Fröhlich 25.03.2020

Egoist

Ich stehe im Mittelpunkt.
Ich bin da und es geht rund!

Ohne Rücksicht auf Verluste,
ich hab ja ne harte Kruste.

Ohne Reue und Gewissen,
die Anderen können sich verpissen!

Ich brauche doch nicht Fragen,
ich mein, Andere können tragen.

Wenn wer was von mir will,
ich steh ganz einfach still.

24.07.2009

Blindheit der Dummen

Ein Mensch der wütend ist,
seinen Seelenfrieden misst,
er dies nicht bemerkt,
er sich lieber beschwert.

Gerichtet an die Unterschicht,
Die sozial Struktur zu schlicht.
Der droben haut auf den drunter ein,
dieser wiederrum haut den nächsten klein.

Dies ist ein wahrlich teuflisch Kreis,
nur durchbrochen durch den, der weiß.
Leider wird das Wissen rar,
erkennen kann es keiner klar.

22.10.2019

Auf zum letzten Tanze

Das letzte Korn im Glase fällt,
wo einst der Sämann das Feld bestellt,
wo Gevatter an die Türe klopft
und Erlkönig im stillen lockt.

Da erklingt ganz leis die Melodie,
so verlockend wie zuvor noch nie.

Ja, ein letztes mal zum Tanz es geht,
ein Tanz bis das der Atem steht.
Die Zeit zum ruh`n ist nun gekommen,
drum heiße sie im Tanz willkommen.

Ja!

Auf zum letzten Tanze.
Auf zum letzten Tanze.
Auf, auf mit den müden Knochen.
Kommt aus den Schatten hervorgekrochen,
ein letztes Mal der Vorhang fällt,
auf das man sich der Wahrheit stellt.

Tanzt!
Ja, Tanzt!

Der letzte Partner nicht alt, nicht jung,
ein Tanz mit ungebremstem Schwung.
Sein Gesicht ein ewig‘es Grinsen ziert,
man sich in seinen Aug verliert.

Tanzt!
So Tanzt!

So tanzet bis das letzte Gericht
den Stock über allen Taten bricht.
So tanzt bis zum letzten Atemzug
und hüllet euch in weißes Tuch.

Tanzt!
Ja Tanzt!

Die Zeit gekommen,
ein Leben genommen.
Die Zeit zerronnen,
Es sei neu begonnen.

Tanzt!
Ja, Tanzt!

So sei schwarz und weiß im Tanz vereint
und uns zeige dieser letzte Tanz
Altes in seinem vollen Glanz
doch alles grau erscheint.

25.06.2015

Die Ein-Mann-Gesellschaft

Man hat es geschafft,
man kanzelt sich ab.

alles gesehen,
alles gehört.

Das Interesse fehlt,
der Kopf ist voll.

alles gesehen,
alles gehört.

Das Interesse fehlt,
der Blick schweift ab.

alles gesehen,
alles gehört.

Das Interesse fehlt,
man sagt „Nein“.

21.06.2009