Rote Schande

Der Rote stand fernab der Schlacht
da fragt man sich, was er dort macht.
Ein Kaffeekränzchen hielt er dort,
fernab von jenem Schlachtenort.

Händchen hielt mit Grün und Grau,
bei ihrer eitlen Heeresschau.
Ja, weit entfernt das Metzeln war,
die Sicht war hell, die Sicht war klar.

So kam’s, dass auch ein jeder sah,
wie mutig heut der Rote war.
Blitzblank sein Banner im Winde weht,
erzürnt die Shona zu ihm geht.

„Die Ehre dein kann ich nicht sehn,
solltest bei deinen Truppen stehen!“
So rief die Maid dem Roten zu,
doch er nahm es mit aller Ruh.

Aufgeben will die Shona nicht,
erinnert ihn an seine Pflicht.
Mit Gold im Herz und Schmähgesang
trieb sie ihn zur Handlung an.

„Da bleicht ja gleich dein Banner aus!
Für diese Tatkraft spend ich Applaus.
Was stehst du hier so feig herum?
Warum bleibt deine Kehle stumm?“

Oh Wunder, oh Wunder, der Rote ging.
Ob er wohl floh vor lieblich Stimm?
So schritt er doch der Schlacht entgegen
und gab dieser seinen Segen.

Die Moral von der Geschicht
Der Goldne kämpft, der Rote nicht.

13.08.2017

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Zeit heilt alle Wunden

Sie sagen, Zeit heilt alle Wunden,
doch tun Sie dies um zu bekunden,
dass Sie haben es überwunden,
jenes das Sie hat geschunden.

Nun ist die Zeit ein gnadenlos Fluss
Und macht mit allem einmal Schluss.
So kommt und geht der Liebe Kuss,
so kommt und geht der Liebe Genuss.

Wenn es entgleitet dem Griff der Hände,
erschüttert dies die eigenen Wände.
Denn es ist abruptes Ende.

05.06.2018

Ausgerissen

Kleine Blume im weißen Schnee,
ich hoffe es tut dir nicht mehr weh.

Ausgerissen, ausgegraben
und obendrein noch fortgetragen.

Umgepflanzt und nicht gegossen,
bist du doch erneut gesprossen.

Größer, stärker, bist neu gewachsen,
trotz neuem Umfeld und meinen Lasten.

Zutiefst verletzt, das hab ich dich.
Doch meine Absicht war dies nicht.

Entführt an diesen fremden Ort
wendest du dich von mir Fort.

Verständlich dies
ob meiner ungeschickten Hand,
die dich führte in dies ferne Land

der Sonne zu dein Kopf sich wendet,
mir zeigt,
dass mein mühen nicht verschwendet.

10.03.2013

Kluge Sprüche

Weise Worte? Ach, schon wieder?
Mit Verlaub, mir ist’s zuwider.
Ständig gibt’s die gleiche Leier…
Hör doch auf mit dem gegeier!

Hältst dich für was Besseres,
dass du mich musst belehren?
Merkst nicht meinen Verdruss?
so will ich nicht verkehren…

Ach hör doch auf und lass es sein,
mit den klugen Scheißereien…
Ich rede mich hier noch in Rage,
bei deiner Freundschafts-Sabotage.

Dein ewg kluges Sprüche klopfen
füllt mein Fass mit jedem tropfen.
Bitte, mein Freund, wir sind doch gleich.
Merke, pass auf, sonst bricht der Deich…

06.06.2018